Weihnachtstraum

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein herrlicher Abend,kein Lüftchen weht,kein Geräusch stört den lautlosen Frieden.Vereinzelt schweben dicke Schneeflocken in der windstillen Luft langsam zur Erde.Sie legen sich sanft auf die kahlen Bäume und Sträucher und geben ihnen einen weißen Mantel.Der Schnee verbreitet ein unwirkliches Licht und verzaubert damit die ganze Landschaft.

Ich spüre die Kälte nicht und weiß nicht,ob dies an meinen dicken Mantel und der Pudelmütze liegt oder an der friedlichen Wärme,die durch den Schnee ausgestrahlt wird.

Auf einer Bank mache ich grade soviel Platz vom Schnee frei das ich mich setzen kann.

Die Sterne am Himmel strahlen mich an und nur ab und zu wird unser Kontakt von einer kleinen,vorbei schwebenden Wolke unterbrochen.

Und dann die Sternschnuppe,eine Sternschnuppe am Heiligen Abend !
Ich darf mir etwas wünschen,wie in meinen Kindertagen vor Weihnachten.Ob der Wunsch in Erfüllung geht ?

" Ich wünsche mir,das ich nocheinmal Weihnachten als kleines Mädchen erleben darf,wenn diese Zeiten auch längst vorbei sind ".

Langsam werde ich müde und mein Kopf neigt sich auf die Brust.Die Augen fallen mir zu.

Was ist das ? Ein kleines Mädchen bettelt meine Mutter an,sie möge ihr doch sagen,ob der Weihnachtsmann ihr ein paar Schlittschuhe bringen würde?
Was hat die mit meiner Mutter zu tun?

Und dann beschäftigt mich die Frage so sehr,das ich mich in dem kleinen Mädchen wiedererkenne.

" Mami,sag doch mal,du hast doch bestimmt mit dem Weihnachtsmann gesprochen "...versuche ich es wieder.

Meine Mutter lächelt nur und streicht mir sanft über den Kopf.

" Wenn ich es dir sage,dann bringt der Weihnachtsmann mir nichts ",antwortet meine Mutter.

Trotz meiner Not höre ich auf zu fragen und gehe brav in mein Bett als meine Mutter mich ermahnt.Sogar waschen und Zähne putzen vergesse ich nicht,denn der Weihnachtsmann bringt nur artigen Kindern etwas.

Wenn ich auch immer wieder die Augen offen halten möchte,es war so ein aufregender Tag,das ich bald mit vor Aufregung glühenden Wangen einschlafe.

Und dann das Erwachen.

Mami,Papi ,mein Bruder und meine jüngere Schwester warten schon auf mich.Flugs will ich an ihnen vorbei zum Weihnachtsbaum,aber da hat mich mein Vater schon am Wickel.

" Willst Du das der Weihnachtsmann dein Geschenk wieder abholt ",fragt er.

Stimmt ja,da hätte ich mich gestern Abend gar nicht mal so sauber zu waschen brauchen,oder?

Nun ja,sicher ist sicher.Also nocheinmal.Vor lauter Aufregung vergesse ich nachzurechnen,für welche Zeit das denn ausreicht.

Endlich stehe ich in der Reihe meiner Familie und gemeinsam betreten wir das Wohnzimmer.

Hell brennen die Wachskerzen am Baum und gemeinsam singen wir Weihnachtslieder.

Obwohl es ja nicht sein darf,taxiere ich die Päckchen unter dem Baum und schätze ab,welches evtl. die Schlittschhe sein können.

Papi ist gemein und teilt erst meinen Geschwistern die Geschenke aus.

Aber dann komme ich.Im ersten Paket ist ein warmer Pulli von Mami.Um ihr zu zeigen ,wie sehr er mir gefällt,ziehe ich ihn sofort an und gebe ihr einen Kuß.Sie strahlt und freut sich beinahe mehr über den Kuß als ich über den Pulli.

Und dann kommt ein schweres Päckchen,es sind die ersehnten Schlittschuhe.Ein Traum geht für mich in Erfüllung und so glücklich bin ich noch nie gewesen....

 

" Hallo,Hallo,so wachen sie doch endlich auf ....ne,die hat keinen Tropfen getrunken,nur etwas unterkühlt wie mir scheint ".

" Sicher so eine Obdachlose Herr Doktor,wer setzt sich denn sonst bei dem Wetter nachts auf eine Bank "?

" Also nein,bei den Temperaturen um keinen Preis".

" Auch nicht um die Erfüllung eines Traumes ?" ...frage ich die beiden und rolle mich von der Trage herunter.

Sie schauen sich verblüfft an...und zerren mich wieder auf die Trage...

...ich bin in einem großen sehr hellen Raum und eine weiß gekleidete Schwester und ein Arzt in einem weißen Kittel stehen neben meiner Trage.

" Und jetzt fahren sie mich wieder dahin wo sie mich hergeholt haben ",....sage ich zu den Sanitätern des Krankenwagens.

" Gut Oma,aber erst müssen wir die Papiere ausfüllen sonst kriegen wir kein Geld von der Kasse".

" Nun,fürmeine Fahrt in die Jugend brauchte ich nicht soviele Papiere auszufüllen da genügte mein Wunsch ", sage ich.

Die Sanitäter schauen mich verständnisslos an.

" Sie sind aber wirklich ganz dabei "?,fragte mich einer der beiden .

" Um mich brauchen sie sich keine Sorgen zu machen,aber ihr jungen Leute solltet euch Sorgen um euch machen,ihr wisst ja gar nicht wieviel schöne Zeit eures Lebens ihr mit eurem Formularkram da verplempert ".

" Etwas bekloppt ",flüstert der eine Sanitäer dem anderen zu.

Bekloppt !!!!.....wenn die wüssten - denke ich - was ich erlebt habe.
Das werden sie nie erleben,trotz Handy,Internet,Fernsehen und Flugreisen...trotz der Jagd auf Geld...

Mein wunderschöner Weihnachtstraum

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 



Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!